Montag, 2. November 2009

Früher war feiern gehen einfacher

Dieser Gedanke kam mir am Freitag, als ich auf der Tanzen! Magazin-Party des Kölner Stadt-Anzeigers war. Da war Security in schicken Anzügen, mehrere stylische Bars, Lichtprojektionen an den Wänden, Licht-Spielereien auf dem Boden, alle hatten sich aufgehübscht, zur Musik wurden künstlerische Videosequenzen an die Wand geworfen und was war – nach zwei Stunden war ich (und nach dem Andrang an der Garderobe zu urteilen nicht nur ich) wieder auf dem Heimweg.

Ich habe mich dann ernsthaft gefragt, ob ich vielleicht einfach mit dem „Alter“ zu anspruchsvoll geworden bin oder obs doch nicht an mir lag. Und ich muss sagen: ich wars nicht Schuld. Denn wenn der ganze Klimbim drumrum wichtiger ist, als richtig gute, abwechslungsreiche Musik zu spielen und nicht ein Einheits-Worldmusic-House-Gematsche bei dem sich ein Titel wie der nächste anhört, ein ordentliches Kölsch anzubieten (statt gesponsortem Pils, zur Erinnerung: „KÖLNER Stadt-Anzeiger“) und eine Tanzfläche zur Verfügung zu stellen, die für die avisierten 1.200 Leute ausreichend ist, dann hat der Veranstalter doch was nicht verstanden.

Ich weiß, ich als alte Event-Tante sehe solche Dinge vielleicht immer ein bißchen sehr kritisch. Aber es wäre SO EINFACH gewesen. Man hätte doch nur die komischen Sitzhocker im vorderen Drittel der Halle wegräumen, dort ein paar Boxen aufhängen und einen vernünftigen DJ engagieren müssen. Ach ja, und die Sache mit dem vernünftigen Bier – auch kein Hexenwerk also.

Ich vermisse die gute alte Zeit, als man/frau mit Jeans und T-Shirt in irgendeine Disko ging (das war damals noch genau ein dunkler, muffiger Raum mit ner Theke, nicht „4 unterschiedliche Dancefloors“ mit Cocktail-Bar, Prosecco-Ecke und Hardcore-Corner), die Jacke in die Ecke warf, sich ne Flasche Kaltgetränk holte und sich entweder auf die Tanzfläche schmiss (da wurde ordentlich durcheinander von allem was aufgelegt und so kam jeder mal zur Lieblings-Mucke) oder sich zum Knutschen mit dem/der Auserwählten an die nächste Wand lehnte. Ja liebe Kinder, so unkompliziert war das früher.

isdjfoi

5 Kommentare:

Brillo hat gesagt…

Jaja, früher wars schon einfacher und angenehmer. Ich kenn sogar noch Läden, die so einfach und unkompliziert sind... ;-)

Zimthuhn hat gesagt…

das schreit nach einer Tour a la wir probieren jetzt konmsequent jede Disco der Stadt aus!

bist du dabei?

Die Schmitz hat gesagt…

Aber klar, solange es noch Hoffnung gibt bin ich dabei...

Zornröschen hat gesagt…

so unkompliziert und so schön war es früher. Nach genau den Läden wie Du sie beschreibst sehne ich mich auch zurück. Ohne seltsame Türsteher, seltsames zeigefreudiges Publikum und ohne Dancefloors. Einfach ne ordentliche Disse mit ordentlicher Rockmusik. *Seufz* Da werde ich richtig nostalgisch :-)

Die Schmitz hat gesagt…

Vielleicht wäre das ja ne Marktlücke. Wenn ich nicht alleine bin, sind wir vielleicht doch gaaaaanz viele die sich danach sehnen - und dann lohnt es sich, genau so einen Laden aufzumachen. Ich denk da mal drüber nach...

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