Da ich momentan aufgrund eines Rückleidens (verdammter Ischias) sowieso den Großteil des Tages nur liegend verbringen kann, fand ich exzessives fernsehen eine gute Maßnahme.
So lag ich also Donnerstagabend mit Cola und Popcorn vor der Glotze und freute mich auf die MTV European Music Awards. Die Freude währte leider nur ungefähr so lange wie der Durchschnittspromi für eine gelangweilte Dankesrede braucht.
Puh, war das eine langweilige, unambitionierte Veranstaltung. Die Stimmung des Berliner Publikums war gleich Null (sogar als Tokio Hotel auftraten hielten sich die Kreisch-Dezibel im Rahmen), was nicht verwundert bei der folgenden Taktung der Veranstaltung: Auftritt, Award-Vergabe, Werbepause, Auftritt, Award-Vergabe, Werbepause – man ahnt wie es weitergeht.
Es gewannen zu Recht: U2, Silbermond und Eminem.
Der Rest war in Form gegossene Langeweile (Jaz-Z, Beyonce, Placebo, Lady Gaga, maNga, Tokio Hotel, Beyonce, noch mal Beyonce, usw.)
Zu Unrecht nicht gewonnen haben: Kings of Leon, Daniel Merriweather und Katie Perry.
Auch die Laudatoren rissen das Ruder nicht mehr rum. Denn was machen bitte diverse Schauspieler, ein WWF-Wrestler, ein abgehalfterter Alkoholiker und mehrere Z-Promis dort?
Und selbst die Auftritte…Jay-Z – langweilig, Shakira – kann immer noch nicht singen, Leona Lewis – hatte vergessen ihr Halloween-Kostüm auszuziehen, ansonsten…gähn…Beyonce war so sehr mit dem Entfernen ihrer Zorro-Maske beschäftigt, dass sie darüber fast vergessen hätte zu singen, auch kein Verlust.
Da konnte auch die bezaubernde, hinreißende, witzige und umwerfend aussehende Katie Perry nix mehr reißen. Die Veranstaltung sollte man nie wieder wiederholen, tat MTV aber natürlich direkt am nächsten Tag trotzdem.
Welch Erfrischung und positive Überraschung bot da gestern Abend das afrikanische Pendant, die MAMAs MTV African Music Awards.
Gute Laune, gute Musik, Begeisterung, alles was die Europäer nicht hinbekommen haben. Moderiert wurde das ganze vom großartigen Wycleff Jean, der im Anschluss ein tolles Konzert gab.
Ich hatte den Eindruck, dass er sich fernab der amerikanischen Medienlandschaft sehr zu Hause fühlte. Er wirkte entspannt, spielte im Laufe des Abends mehrere Instrumente, brauchte sich hinter keiner Sonnenbrille zu verstecken und es machte einfach Spaß zuzusehen. So hätte ich das gerne häufiger.
Selbst Akon (den ich sonst nicht leiden kann), konnte mir da den Spaß nicht verderben, sondern wirkte wie ausgewechselt und bereicherte die Veranstaltung. Etwas, was ich nicht für möglich gehalten habe.
Vielleicht muss ich doch noch auswandern, is ja auch wärmer in Afrika.
huhih
Krise? Hauptsache, wir sind schön
Vor 52 Minuten

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